Schülergenossenschaften (SeG)

Nachhaltig wirtschaften - solidarisch handeln

Wir unterstützen bei Ideenentwicklung, Umsetzung und Gründung

Immer mehr Schülerinnen und Schüler nehmen sich die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zum Vorbild und gründen Genossenschaften. Ganz egal, ob Schülercafé, Kiosk oder Catering-Service, alle Schülergenossenschaften haben ein gemeinsames Ziel: nachhaltig wirtschaften und solidarisch handeln. Und das beweist: Der über 150 Jahre alte Gedanke und das Thema Hilfe zur Selbsthilfe sind aktuell wie eh und je.

 

Warum eine Genossenschaft gründen?

Natürlich können sich Schüler bereits in vielfältiger Weise im Schulalltag einbringen. Gründen sie zur Realisierung ihres Projektes jedoch eine eigenen Firma, erleben sie Selbstständigkeit und Solidarität. Gründen sie das Schülerunternehmen dann auch noch in genossenschaftlicher Form, erfahren sie was es heißt, sich selbst zu helfen, ihr Vorhaben selbst zu verwalten und ihre Handeln selbst zu verantworten. Dabei erwerben sie ökonomische Grundkenntnisse, erlangen wichtige Schlüsselqualifikationen und fundierte Unterstützung bei ihrer persönlichen Berufs- und Ausbildungswahl.

Startschuss für Schülergenossenschaft 'Multi-Steps'

'Multi-Steps', so firmiert die Schülergenossenschaft der Konrad-Adenauer-Schule. Mit Unterstützung Ihrer Raiffeisenbank Neustadt eG haben die Asbacher Realschüler eine der ersten Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz gegründet. Zur Gründungsversammlung trafen sich zahlreiche Schüler mit ihren Eltern, Lehrer, Bürgermeister und Genossenschaftsbanker in der Mensa der Schule und beschlossen einstimmig die in der Satzung festgelegten Aufgaben der neuen Schülerfirma. Sie betreibt ein Schülercafé, sowie einen Cateringservice und will einige Produkte, wie zum Beispiel Backwaren, selbst herstellen.

55 Gründungsmitglieder zählte Dr. Stefan Touchard vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV): "Das ist rekordverdächtig!" Ein Genossenschaftsanteil, so sieht es die Satzung vor, kostet fünf Euro. In der Gründugnsversammlung verabschiedeten die Teilnehmer nicht nur die Satzung, sondern wählten auch die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Den Vorstand bilden drei Schüler, im Aufsichtsrat sitzen drei Schüler, zwei Lehrer und Bastian Hallerbach, Vorstandsassisten Ihrer Raiffeisenbank Neustadt eG. Er ist sozusagen Gründungspate, hilft mit seinem genossenschaftlichen Fachwissen und steht Schülern und Lehrern mit Rat und Tat zur Seite. Die Schülergenossenschaft wird jetzt ins Genossenschaftsregister eingetragen und führt dann offiziell die Firmenbezeichnung eSG (eingetragenen Schülergenossenschaft).

Die Raiffeisenbank Neustadt eG hat sich sehr darüber gefreut, dass ihr Vorschlag, die Schülerfirma in der Rechtsform einer Genossenschaft zu gründen, viel Zustimmung bei den Initiatoren der Realschule plus erfuhr. So war es selbstverständlich, nicht nur viele Tipps zur Gründung mitzubringen, sondern auch das nötige Startkapital. "Jugendliche entdecken in der Schülergenossenschaft neben dem Unternehmertum vor allem die Kraft des Prinzips "Was einer alleine nicht vermag, das vermögen viele", sagte Bankvorstand Konrad Breul, "Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was es heißt, sich selbst zu helfen und ihr Handeln selbst zu verantworten." Vor allem kommt es darauf an, seine Mit-Genossen für Verbesserungen zu gewinnen. Dafür sorgt schon die Rechtsform der Genossenschaft mit ihrem demokratischen Grundsatz "jedes Mitglied eine Stimme".

Zitate von Schülern (Gründungsmitglieder von 'Multi-Steps')

 

"Es ist schön, etwas für die Schule tun zu können."

 

""Erst mal war das sehr langweilig, aber wenn ich jetzt sehe, was wir geschafft haben, freue ich mich richtig, weiterzumachen."

Schülergenossenschaft übernimmt Patenschaft

Das macht eine Genossenschaft aus.

Die von uns unterstützte Schülergenossenschaft "MultiSteps" aus Asbach, ist mittlerweile so erfolgreich, dass sie auch wie eine "richtige" Genossenschaft agieren kann. Mehr als 2.000,- EUR Gewinn für das Geschäftsjahr 2016 sprechen Bände: Die Schüler wirtschaften sinnvoll, eigenverantwortlich und leben die Genossenschaftsidee.

Dies zeigt sich insbesondere darin, dass die Schülerinnen und Schüler sich jetzt dazu entschieden haben, Patenschaften zu übernehmen. In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Aktonsgruppe Kinder in Not e.V. aus Windhagen unterstützt die SeG nun gleich zwei Patenkinder aus mittellosen Familien auf den Philippinen.