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Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Neustadt (von links): Kurt Krautscheid, Dirk Asbeck, Lothar Eckloff, Anna Schramke-Wagner, Martin Leis, Hans-Werner Breithausen, Konrad Breul, Axel Schülzchen und Philipp Seuser. Foto: Franz-Josef Wertenbruch/Raiffeisenbank Neustadt

Rekordausschüttung, stabile Entwicklung und klare Zukunftsperspektiven


Vertreterversammlung bestätigt Kurs der Genossenschaftsbank – Veränderungen im Vorstand eingeleitet

NEUSTADT. Die Raiffeisenbank Neustadt blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und hat zugleich wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Im Rahmen der Vertreterversammlung in der Wiedparkhalle in Neustadt betonte Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Werner Breithausen die Stabilität und die gewachsene Bedeutung der Bank in der Region: „Unsere Raiffeisenbank ist inzwischen 164 Jahre alt. Wir haben unsere Position weiter gefestigt und verfolgen konsequent eine solide Geschäftspolitik.“ Dabei stehe nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern der Förderauftrag der Genossenschaft. „Unser Auftrag ist es, Nutzen zu stiften, insbesondere als Kreditgeber für den Mittelstand. Das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit“, so Breithausen.

Wirtschaftliches Umfeld bleibt herausfordernd

Vorstandsmitglied Martin Leis zeichnete eingangs ein differenziertes Bild der gesamtwirtschaftlichen Lage. „Auch nach drei Rezessionsjahren ist Deutschland bislang kein spürbares Wachstum gelungen. Gleichzeitig lässt der angekündigte Bürokratieabbau weiter auf sich warten und notwendige Reformen werden innerhalb der Koalition blockiert“, erklärte Leis. Konrad Breul ergänzte mit Blick auf die Zinsentwicklung, dass die jüngste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank zum 17. Juni eine positive Signalwirkung habe: „Das ist eine gute Nachricht für Anleger.“ Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen im Kreditbereich deutlich verändert. Während Bauzinsen im Jahr 2021 noch unter einem Prozent lagen, bewegen sie sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs inzwischen bei 3,0 bis 4,5 Prozent.

Starkes Geschäftsjahr 2025

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen konnte die Raiffeisenbank Neustadt ihre Geschäftsentwicklung weiter ausbauen. Die Zahl der Mitglieder stieg auf 11.580, Tendenz weiter wachsend. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 2,9 Prozent auf 532 Millionen Euro. Dabei ist laut Konrad Breul weiterhin ein zurückhaltendes Anlageverhalten zu beobachten. „Vielen Kundinnen und Kunden ist derzeit Liquidität wichtiger als Rendite, weshalb weiterhin große Bestände auf Tagesgeldkonten geparkt werden“, erläuterte er. Das Kreditvolumen wuchs um 5 Prozent auf 441 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich die Immobilienfinanzierungen, während die Nachfrage nach Firmenkrediten verhaltener blieb. Die Bilanzsumme stieg um 3,4 Prozent auf 637 Millionen Euro.

Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 1,44 Millionen Euro. Die Vertreterversammlung beschloss auf dieser Basis eine Rekordausschüttung: Neben einer Dividende von 2 Prozent wird eine Bonusdividende von 4 Prozent gewährt. Insgesamt fließen damit 781.000 Euro direkt an die Mitglieder. Zusätzlich werden über das Bonuspunkte-System weitere 205.000 Euro ausgeschüttet. In Summe ergibt sich somit eine Ausschüttung von rund einer Million Euro; das ist ein Höchstwert in der Geschichte der Bank.

Modernisierung der Mitgliedschaft

Einstimmig beschlossen die Vertreterinnen und Vertreter zudem eine Satzungsänderung zur Modernisierung der Mitgliedschaft. Der einzelne Geschäftsanteil wurde von bislang 260 Euro auf 52 Euro gesenkt. Dafür können in Zukunft nicht mehr nur zehn Anteile pro Person gezeichnet werden, sondern 50. Damit bleibt die maximale Einzahlung pro Mitglied in Höhe von 2.600 € erhalten.

Bestehende Anteile werden entsprechend umgerechnet. „Wir senken so bewusst die Einstiegshürde und machen die Mitgliedschaft in unserer Genossenschaft noch attraktiver“, erläuterte Dirk Asbeck. Ziel sei es, die genossenschaftliche Idee noch breiter in der Region zu verankern.

Kontinuität im Aufsichtsrat

Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Hans-Werner Breithausen und Anna Schramke-Wagner einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Damit setzen die Mitglieder auf Kontinuität in der Kontrolle und strategischen Begleitung der Bank.

Wechsel im Vorstand eingeläutet

Einen Ausblick auf die Zukunft gab die Vorstellung von Dirk Asbeck, der zum 1. Juli 2026 in den Vorstand eintritt und Nachfolger von Konrad Breul wird, der zum Jahresende in den Ruhestand treten wird. Der 50-jährige Ehlscheider ist seit 18 Jahren bei der Raiffeisenbank Neustadt tätig und verfügt über zusätzliche Erfahrung im Genossenschaftsbereich aus seiner vorherigen zehnjährigen Tätigkeit bei der VR-Bank Neuwied-Linz. Asbeck formulierte klare Ziele: „Ich möchte die Selbstständigkeit unserer Raiffeisenbank stärken und erhalten, die genossenschaftlichen Werte weiter leben und unsere Bank zu einer vertriebsstarken Omnikanalbank entwickeln.“ Gleichzeitig sei es ihm wichtig, die Raiffeisenbank als attraktiven Arbeitgeber in der Region zu positionieren.

Emotionaler Abschied für Konrad Breul

Zum Abschluss der Vertreterversammlung wurde es persönlich: Für Vorstandsmitglied Konrad Breul war es die letzte Versammlung in dieser Funktion. Aufsichtsratsvorsitzender Breithausen würdigte dessen langjähriges Engagement und dankte ihm im Namen des gesamten Gremiums. Breul hatte seine Laufbahn in der Raiffeisenbank am 1. Januar 1998 als Vorstandsreferent begonnen und wurde 2002 in den Vorstand berufen. Insgesamt 24 Jahre steuerte er maßgeblich die Geschicke der Bank.

In seiner Abschiedsrede blickte er auf prägende Ereignisse zurück – von der Euro-Einführung über die Staatsschuldenkrise und den Brexit bis hin zu den Herausforderungen durch Niedrigzinsen und geopolitische Konflikte. Auch die Entwicklung der Bank selbst hob er hervor: die Fusion mit der Raiffeisenbank Straßenhaus im Jahr 2003, die Einführung des Vereinsförderprogramms 2006, das 150-jährige Jubiläum 2012 und die Uraufführung des Raiffeisen-Musicals 2018. „Mein Dank gilt der gesamten Mannschaft unserer Bank“, betonte Breul zum Abschluss. Die Vertreterversammlung würdigte seine Verdienste mit langanhaltenden Standing Ovations.

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