Schweizer Hotelier plaudert über sein Erfolgsrezept
Erfolg - Hunderte kommen zum Raiffeisenforum
Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ
Neustadt. Erfolgreich und glücklich sein, das möchte fast jeder. Doch in einer Gesellschaft, in der es immer höher, schneller und weiter gehen muss, rücken Erfolg und Glück oft in weite Ferne. Bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben und Herausforderungen sind viele Menschen überfordert.
Der ehemalige Direktor des Grandhotels „Steigenberger Belvédère“ in Davos, Ernst Wyrsch, kennt das Rezept des Erfolges und daraus macht er kein Geheimnis. Beim Raiffeisenforum der Raiffeisenbank Neustadt in der Wiedparkhalle gab es der Gastgeber des Weltwirtschaftsforums in Davos preis. Und wenn Ernst Wyrsch über sein Erfolgsrezept plaudert – unter anderem verdoppelte er den Umsatz des Fünfsternehotels „Belvédère“ – dann klingt es ganz einfach. „Man kann nicht mehrere Dinge auf einmal tun, auch wenn das viele Menschen denken. Das geht nicht“, sagte Wyrsch vor seinem Publikum in der voll besetzten Wiedparkhalle.
„Das, was einfach daherkommt, funktioniert“, lautete die Botschaft des erfolgreichen Hoteliers, der schon Bill Clinton, Nelson Mandela und Muhammad Ali die Hand schüttelte. „Wir machen viel zu viele falsche Sachen. Deshalb kommen wir zu nichts. Wichtig ist es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, fügte Wyrsch hinzu. Und er gab seinen Zuhörern nachvollziehbare Tipps mit auf den Weg, wie sie selbst ihr Leben verändern können. Da ist zum einen die Macht der Gedanken, mit denen sich laut Wyrsch Einfluss auf Umwelt und Umfeld nehmen lässt. Und ein kleines Wort: Ja. „Der Erfolg eines Unternehmens ist abhängig vom Anteil der Ja-Menschen innerhalb des Mitarbeiterstabes“, verkündete Wyrsch. Hinschauen und Verantwortung übernehmen – für den Hotelier heißt dies: Ich bin jederzeit bereit, Arbeiten zu verrichten, die ich an sich nicht tun müsste, und zwar unaufgefordert. „Sagen wir doch einfach mal Ja“, rief Wyrsch seinen Zuhörern zu. Das sei zwar nicht immer so bequem wie ein Nein, wende aber positive Energie auf. Und genau die sei so entscheidend, um Spaß an der Arbeit zu haben.
Wyrsch wollte Denkprozesse anstoßen, hielt dem Publikum den Spiegel vor und die Frage: „Will ich selbst etwas verändern?“ Dass sich in unserer Gesellschaft etwas verändern wird, da ist sich Ernst Wyrsch sicher. „Die heutigen Zustände führen zu einem Wendepunkt. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist ein fröhlicher“, sagte er voraus. Das gab jede Menge Beifall aus den Zuschauerreihen für Ernst Wyrsch und die Organisatoren. Denn der Raiffeisenbank war es wieder einmal gelungen, Hunderte ihrer Mitglieder und Kunden auf höchstem Niveau zu informieren und unterhalten.
RZ Linz/Neuwied vom Donnerstag, 20. Oktober 2011, Seite 22