Neustadt. Das stärkste Wirtschaftsjahr seit der Wiedervereinigung verzeichnete Deutschland im vergangenen Jahr – entgegen aller düsteren Prognosen. Die anhaltende Nervosität der Kunden zum Jahresbeginn 2010 – so kurz nach dem Krisenjahr 2009 – erleichterte den 101 Mitarbeitern der Raiffeisenbank Neustadt das Arbeiten nicht: „Die Verunsicherung war noch Anfang des Jahres mit Händen zu greifen“, sagt Konrad Breul, der zusammen mit Martin Leis den Vorstand der Raiffeisenbank Neustadt bildet. Trotz turbulenter Rahmenbedingungen kann das Kreditinstitut mit Hauptsitz in der Wiedtalgemeinde sowie den Geschäftsstellen in Asbach, Windhagen, Fernthal, St. Katharinen, Straßenhaus und Anhausen bei den Einlagen und beim Anlagenvolumen deutlich zulegen.
Trotz eines „weiter harten Wettbewerbs um die Gunst der Kunden“, wie Breul und Leis erklären, legten die Genossenschaftsbanker um mehr als 8 Millionen auf 242 Millionen Euro zu. „Unverändert bevorzugen unsere Anleger flexible und möglichst kurzfristig verfügbare Anlageformen“, beschreibt Breul ein Phänomen der vergangenen Jahre. Ein deutliches Plus gab es ebenso beim Kundenanlagevolumen: Das stieg im Vergleich zum Vorjahr von 367 Millionen auf 380 Millionen Euro.
Eine eher abwartende Haltung registrierten die Banker beim Geschäft mit Krediten: Zwar erreichte das Neugeschäftsvolumen mit 42 Millionen Euro und knapp 1500 positiven Kreditentscheidungen nahezu das Vorjahresniveau. Dennoch konnte die Nachfrage die Erwartungen nicht ganz erfüllen, wie die beiden Vorstände einräumen.
Auf einen festen Kundenstamm müssen Breul und Leis ganz verzichten: Die umliegenden Gemeinden benötigten – gleichgültig, wie niedrig oder wie hoch derzeit die Zinsen liegen – kein geliehenes Geld von der Bank. „Wir haben keine kommunale Kreditaufnahme“, berichtet Breul. Ein Trend, der seit Jahren anhält und somit als Geschäftszweig fehlt. Ein Wermutstropfen der Bilanz: Die Bilanzsumme der Bank sank von 321 Millionen Euro im Jahr 2009 auf nunmehr 310 Millionen.
Als Erfolgsgeschichte verbuchen die Genossenschaftsbanker allerdings die Geschäfte mit ihren eigenen Mitgliedern. 2010 war schließlich das erste Jahr, in dem für die Anteilseigner neben Zinsen und Dividenden auch eine Bonuszahlung (VR-Mitgliederbonus) erzielt werden konnte.
124 374 Bonuspunkte sammelten die Mitglieder im zurückliegenden Jahr. Da jeder dieser Punkte immerhin 1,20 Euro wert ist, ergibt sich – zusätzlich zur noch zu beschließenden Dividende von voraussichtlich vier Prozent – eine Gesamtausschüttung von 360 000 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 60 000 Euro. „Die Mitglieder haben mehr Geschäfte mit uns gemacht“, stellt Leis fest. Und: Die Zahl der Mitglieder stieg um 663 auf 7938.
„Für das Jahr 2011 erwarten wir eine sich langsam belebende Kreditnachfrage“, erklärt Leis weiter. Das Zinsniveau sei weiterhin sehr günstig und die Auslastung der heimischen Betriebe mittlerweile so gut, dass die Investitionsneigung zunehmen sollte.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie das „Riestern“, also die Förderung per Riester-Rente funktioniert, kann am Donnerstag, 8. September, den Namensgeber des Produkts selbst befragen. Dann kommt Walter Riester auf Einladung der Bank ins Wiedtal.
RZ Asbach, Linz, Unkel vom Mittwoch, 9. Februar 2011, Seite 20 (0 Views)